Fußaufsatz: Ferse, Mittelfuß oder Vorfuß?
Wo dein Fuß zuerst aufkommt, verändert die Belastung. Was die Forschung sagt — und warum es keinen „einzig richtigen" Fußaufsatz gibt.
Wo dein Fuß beim Laufen zuerst den Boden berührt, nennt man Fußaufsatz. Klingt nach einem Detail, verändert aber, wie die Landekraft durch deinen Körper läuft. Drei Muster kommen vor:
Die drei Muster
- Rückfußlauf — die Ferse setzt zuerst auf. Das machen die meisten Freizeitläufer, gerade in gedämpften Schuhen. Völlig in Ordnung.
- Mittelfußlauf — Ferse und Ballen kommen fast gleichzeitig auf. Oft bei etwas höherem Tempo.
- Vorfußlauf — der Ballen zuerst, die Ferse berührt den Boden kaum. Typisch bei Sprints und bei vielen sehr geübten Läufer:innen.
Gibt es den „richtigen" Fußaufsatz?
Kurz gesagt: nein. Eine bekannte Studie der Harvard-Universität hat gezeigt, dass Fersenläufer in bestimmten Situationen höhere und schnellere Aufprallspitzen haben — trotzdem lässt sich daraus kein Muster ableiten, das für alle das beste wäre. Es kommt darauf an, woran dein Körper gewöhnt ist.
Wer jahrelang auf der Ferse läuft und plötzlich auf Vorfuß umstellt, verlagert die Belastung schlagartig auf Wade und Achillessehne. Das kann genauso zu Problemen führen wie der Fersenlauf, den man „loswerden" wollte.
Was das für dich heißt
Dein Fußaufsatz ist kein Fehler, den man korrigieren muss. Wir schauen ihn uns in der Videoanalyse an, weil er mitentscheidet, welcher Schuh zu dir passt — ein Fersenläufer profitiert oft von mehr Dämpfung an der Ferse, ein Vorfußläufer von etwas anderem. Verändern tun wir nichts überstürzt. Und wenn, dann Schritt für Schritt.
Quellen & weiterführende Literatur
- Lieberman D. E. et al. (2012): Foot Strike and Injury Rates in Endurance Runners. Harvard University.
- Footstrike Patterns in Runners: Concepts, Classifications, Techniques, and Implications for Running-Related Injuries. German Journal of Sports Medicine (2020).
- Nigg B. M. et al. (2015): Running shoes and running injuries: mythbusting and a proposal for two new paradigms — „preferred movement path" and „comfort filter". British Journal of Sports Medicine.
