Achillessehne: reizempfindlich, aber trainierbar
Die stärkste Sehne des Körpers ist zickig. Warum genau das richtige Training (nicht Ruhe) sie heilt.
Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im Körper — und trotzdem eine der häufigsten Baustellen bei Läufer:innen. Sie meldet sich morgens mit den ersten Schritten steif und zwickt zu Beginn des Laufs, bevor sie sich „warmläuft".
Warum ausgerechnet Absenken hilft
Bei Achillessehnen-Beschwerden hat sich eine bestimmte Übung über Jahre als besonders wirksam gezeigt: das langsame Absenken der Ferse über die Stufenkante (exzentrisches Training). Der Reiz durch das kontrollierte Nachgeben regt die Sehne an, sich neu zu organisieren und belastbarer zu werden. Studien mit dieser Methode zeigten bei vielen Betroffenen eine deutliche Besserung.
So geht die Übung
- Auf eine Stufe stellen, nur die Fußballen auf der Kante, Fersen frei.
- Mit beiden Beinen hochdrücken, dann das Gewicht auf das betroffene Bein verlagern.
- Die Ferse betont langsam unter die Stufenkante absenken.
- In mehreren Sätzen, über Wochen, mit leichtem Ziehen — nicht mit stechendem Schmerz.
Geduld gehört dazu
Sehnen brauchen Zeit. Besserung stellt sich meist über Wochen bis Monate ein, nicht über Tage. Bei akutem, stechendem Schmerz oder plötzlichem „Peitschenknall"-Gefühl gehört die Sehne sofort ärztlich abgeklärt. Für den schleichenden Reiz ist konsequentes, geduldiges Kräftigen der beste Weg.
Quellen & weiterführende Literatur
- Alfredson H. et al. (1998): Heavy-Load Eccentric Calf Muscle Training for the Treatment of Chronic Achilles Tendinosis. The American Journal of Sports Medicine.
- Beyer R. et al. (2015): Heavy Slow Resistance Versus Eccentric Training as Treatment for Achilles Tendinopathy: A Randomized Controlled Trial. The American Journal of Sports Medicine.
